Im Berchtesgadener Land

Unter dem Berchtesgadener Land versteht man im Allgemeinen das hochalpine Gebiet mit dem Watzmannmassiv im Zentrum, umgeben von Hochkalter, Reiteralpe und Lattengebirge, Untersberg, Hohem Göll, Hagengebirge und Steinernem Meer. Der Landkreis Berchtesgadener Land, der 1972 neu gebildet wurde, ist allerdings bedeutend umfangreicher, denn sowohl Bad Reichenhall als auch ein Teil des Rupertiwinkels gehören dazu. Wir schließen den Salinenort Bad Reichenhall mit ein, geben dem Rupertiwinkel als >Land vor den Bergern jedoch ein eigenes Kapitel.

Berchtesgaden

Berchtesgaden wird im Süden vom Watzmannmassiv (2713 m) großartig überragt. Zu der mächtigen Kulisse passt die Geschichte des Ortes, die durch Jahrzehnte von den Fürstpröpsten des Stiftes bestimmt wurde. Die Gegend von Berchtesgaden war bereits christianisiert, als die Grafen Berengar von Sulzbach und Chuno von Horburg um das Jahr 1105 ein Kloster gründeten. Vier Priester und vier Laienbrüder kamen aus dem Reformkloster der Augustinerchorherren, Rottenbuch. Der erste Propst, Eberwin, sah sich wegen des rauhen Klimas und der wilden Natur jedoch bald genötigt, nach Baumburg an der Alz auszuweichen. Im Jahr 1120 wieder nach Berchtesgaden zurückgekehrt, sorgte Eberwin für die erste Blüte des Stifts. 1142 wurde Berchtesgaden päpstliches Eigenkloster. Kaiser Friedrich I. nahm das Kloster unter seinen Schutz und bestätigte 1156 die Forsthoheit, der bald auch die Schürffreiheit auf Salz und Metall folgte. 1290 wurde von König Rudolf von Habsburg die Landeshoheit verbürgt. Dennoch war das Stift nicht reich und musste wegen hoher Schulden 1389 Salzburg übereignet werden. Erst den Wittelsbachem gelang es 1594 durch Besetzung der Fürstpropstei, den Salzburger Einfluss auszuschalten. Seit 1559 hatten die Prälaten im Reichstag einen Sitz auf der Fürstenbank. Die Wittelsbacher, Kurfürsten und Erzbischöfe von Köln, regierten in Berchtesgaden als Kommendatar- pröpste, bis 1723 die Kanoniker die Wiederwahl eines Wittelbachers ablehnten. Unter dem letzten Propst, Josef Freiherr von Schroffenberg, wurde das Stift säkularisiert, die Salinen mussten an Bayern verkauft werden. Die Propstei wurde 1813 königliches Schloss.

Berchtesgaden

Berchtesgaden

Die hohen Spitzhelme der Stiftskirche, der ehemaligen Augustinerchorherrenkirche St. Peter und Johannes d.Tf., beherrschen die Silhouette der Altstadt. Die erste Kirche des 11. Jh. war wohl ein Holzbau. Auf sie folgte in der zweiten Hälfte des 12. Jh. eine monumentale dreischiffige Basilika, von der das Portal, die unteren Teile der Langhauswände und zwei Pfeiler in der Chorwand noch geblieben sind. Schon vor 1300 begannen die Arbeiten an der gotischen Kirche, zunächst entstand der einschiffige Hochchor. Das dreischiffige Langhaus wurde um 1470 erhöht und gewölbt und zu einer vierjochigen Hallenanlage umgebaut.

Das 19. Jh. hat an dieser Kirche allzu viel verändert, das betrifft auch die Ausstattung. 1865, als die Westfassade neuromanisch er- neuert wurde, wechselte man auch die Werkstücke des äußeren gotischen Westportals aus; 1882 geschah dasselbe mit dem romanischen Hauptportal. Dennoch, es blieben einige kostbare Zeugen aus mittelalterlicher Zeit, darunter das Chorgestühl (älteste Teile um 1350). Das Tympanongemälde in der nördlichen Vorhalle, eine Darstellung des Gnadenstuhls, wird dem Salzburger Rueland Frueauf zugeschrieben (1474). Salzburgisch ist auch die Hochaltaranlage aus Un- tersberger Marmor (1663-69; Altarbild: Aufnahme Mariens in den Himmel, Johann Spillberger, zweite Hälfte 17. Jh.). Die Gemälde der Seitenältäre stammen zum Teil von bedeutenden Barockmalern (südlicher Altar Johann Heinrich Schönfeld; nördlicher Altar Joachim Sandrart, 1657). Außerordentlich in ihrer Qualität sind die Grabmäler für die Pröpste, meist das Werk Salzburger Meister; Hans Valkenauer beispielsweise schuf das Grabmal für Probst Gregor Rainer (gest. 1522) im Chor. Die Wandtumba an der Westinnenwand des Langhauses für Propst Peter von Pienzenau (gest. 1435), ein Hauptwerk mittelalterlicher Steinmetzkunst, wird dem Meister der Straubinger Albrechtstumba zugeschrieben. Vom Schlossplatz aus erreicht man den Kreuzgang, das Hauptziel der Kunstfreunde in Berchtesgaden. Die romanische Anlage aus der Zeit um 1200 ist weitgehend original erhalten, nur im Nordflügel wurden um 1600 die Gewölbe erneuert. Die Stützen der Arkaden sind zum Teil als Doppelsäulchen ausgebildet. Nicht nur der ornamentale, auch der figürliche Schmuck ist eindrucksvoll, darunter die Darstellung des Orpheus mit der Leier.

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