Im Berchtesgadener Land 3

Nicht weit vom Heimatmuseum entfernt führt die Locksteinstraße zur Gernerstraße mit der Wallfahrtskirche Maria Gern, einer der schönsten ländlichen Kirchen Oberbayerns. Die Bergkulisse tut das ihrige dazu: Im Norden beherrscht der lang gestreckte, felsige Untersberg das Tal, im Süden ragen die Gipfel des Watzmanns herein.

ln der Scheffau, am Dürrnberg und auch in der Gern, dem kleinen Tal zwischen der Kneifeispitze und dem südlichen Untersberg, lebten im 16. und 17. Jh. viele Protestanten. Durch die Gegenreformation und die damit verbundene tiefe Marienfrömmigkeit entstanden in diesen Gebieten neue Wallfahrten. Die Wallfahrt zur Madonna von Gern entwickelte sich bald nach 1600, doch der heutige Bau wurde erst 1708-10 errichtet. Bisher hat man nicht herausgefunden, wer den reizvollen Saalbau über elliptischem Grundriss schuf. Schon von außen ist die Kirche in ihrer feinen Gliederung, dem rot-weißen Verputz und dem Schindeldach besonders attraktiv. Im Innern dann eine weitere Überraschung: einen dichteren, reicheren Stuckdekor meint man noch nie gesehen zu haben. Neidlos muss der Liebhaber Wessobrunner Stuckkunst eingestehen: auch das hier ist sehr schön! Der Meister der Akanthusrankenpracht war der Salzburger Joseph Schmidt; seine Kunst kann man auch in der Sakristei der Berchtesgadener Stiftskirche, in Sankt Bartholomä am Königssee und in der Waginger Pfarrkirche bewundern. Angesichts dieser Stuckfülle tritt der Marienzyklus des Freskanten Christoph Lehrl in den Hintergrund. Ländlich farbenfroh sind die Altäre, die bemalte Empore, die Votivbilder im Chor. Goldprangend inmitten des Chors: das Gnadenbild, eine geschnitzte Mondsichelmadonna, deren Gestalt jedoch unter dem feinen Brokatkleid nicht zu erkennen ist. Im Wechsel des Kirchenjahrs wird die Figur immer wieder neu bekleidet – nicht weniger als 24 Prunkkleider stehen zur Verfügung!

Obersalzbergbahn in Berchtesgaden

Obersalzbergbahn in Berchtesgaden

Nahe dem Berchtesgadener Stadtzentrum, wo die Bergwerkstraße auf die Salzbergstraße trifft, finden wir die Talstation der Obersalzbergbahn. Der Obersalzberg, ein grüner Höhenrücken am Fuß des Hohen Göll (2522 m), hat keinen guten Namen mehr, seit sich Hitler hier oben den Berghof baute – eine Loge über einer der herrlichsten Landschaften des Alpenraumes. Auch andere Nazigrößen haben sich hier Landhäuser gebaut; das Areal wurde durch unterirdische Bunkeranlagen gesichert. Die Amerikaner taten gut daran, die braune Pracht durch einen gezielten Bombenangriff im April 1945 zu vernichten. Allerdings blieb noch ein Rest stehen, etwa das ehemalige Hotel Platterhof, das man nach dem Krieg in das Hotel General Walker verwandelte. Immer noch zieht es die Touristen in Scharen hier hinauf – die Relikte aus der NS-Zeit sind fast so magnetisch wie König Ludwigs Schlösser. 1995 ging das Gelände wieder an den bayerischen Staat über. Seit 1999 gibt es hier ein Dokumentationszentrum, das über die Geschichte des Obersalzbergs im Dritten Reich aufklärt.

Ebenfalls von den Nationalsozialisten gebaut: die beiden Hochalpenstraßen am Obersalzberg. Die ringförmige Roßfeldstraße ist trotz ihrer Höhe (bis 1540 m) ganzjährig befahrbar. Sie erschließt das Roßfeld, ein beliebtes, schneesicheres und nicht allzu schwieriges Skigelände. Die Kehlsteinstraße entlang der felsigen und steilen Hänge des Kehlsteins endet etwa 150 m unterhalb des Gipfels. Der Kehlstein (1837 m) ist wegen seines überwältigenden Rundblicks eine Berühmtheit unter den Bergen. Doch auch hier gibt es NS- Reminiszenzen: das Kehlsteinhaus ließ Martin Bormann 1936-38 als Repräsentationsbau für ausländische Diplomaten errichten. Von den Bomben der Amerikaner nicht getroffen , ist der >Adlerhorst< ein beliebtes Ausflugsziel; im Jahr kommen über 300 000 Besucher hier hinauf. Die Kehlstein-Hochalpenstraße ist allerdings für PKW gesperrt, zwischen Hintereck und Kehlsteinhaus gibt es eine Omnibusverbindung.

Schmal und tiefblau wie ein norwegischer Fjord schiebt sich der Königssee zwischen die steilen Berghänge im Osten des Watzmann- massivs. Seine malerischen Qualitäten haben ihm den Besuch vieler Künstler eingebracht, darunter Ludwig Richter, Carl Rottmann und Ferdinand Olivier. Doch bevor die Maler des 19. Jh. sich hier einfanden, waren es illustre höfische Gäste, die den See und seine Wälder für ihre Vergnügungen nutzten. Sie lockte die Jagd auf Hirsche und Gemsen.

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