Im Berchtesgadener Land 2

Vom Kreuzgang aus betritt man das Schlossmuseum. Am Eingang hält ein großer Löwe aus weißem Adneter Marmor Wacht – ursprünglich hatte er am Hauptportal der romanischen Stiftskirche seinen Platz. Die Bestände des Museums stammen aus den Sammlungen des Kronprinzen Rupprecht von Bayern, der von 1913-33 im Schloss – dem ehemaligen Klostergebäude – wohnte. Im frühgotischen Dormitorium, einem schmalen, kreuzförmigen Raum aus dem 14. Jh., ist eine kostbare Skulpturensammlung zu sehen.

Ein weiterer früher Bau wurde zum Museum gemacht: die ehemalige Stiftspfarrkirche St. Andreas am Beginn der Nonntalstraße. Die einschiffige Anlage stammt aus dem Jahr 1397, wurde aber 1693-1701 umgebaut. Aus der Zeit des Barock stammen Hochaltar und Seitenaltäre, ebenso der größte Teil der Epitaphien, die vom ehemaligen Friedhof zwischen der Andreas- und der Stiftskirche hierher übertragen wurden.

Auf dem Marktplatz Berchtesgadens

Auf dem Marktplatz Berchtesgadens

An den Stifts- und Residenzbereich fügt sich im Südwesten der geschlossen bebaute historische Markt an. Am Marktplatz 3 finden wir das interessanteste Profangebäude des Ortes, das Hirschenhaus. Der Renaissancebau (1594) wurde zwar 1894 umgebaut, doch blieben die alten Fassadenmalereien (1610). Zur Metzgergasse hin sind die Fenster mit reichem Rollwerkdekor umrahmt, begleitet von Gruppen kostümierter Affen – Sinnbildern der menschlichen Lei-denschaften.

Am Kurgarten und dem Kur- und Kongresshaus vorbei führt die Baumgartenallee zur Klosterkirche Unsere Liebe Frau am Anger. Aus dem > Kloster am Anger< für die Chorfrauen des Augustinerordens wurde 1699 ein Franziskanerkloster. Die Klosterkirche, eine zweischiffige Halle, entstand in den Jahren 1488-1519. Eigenartig und dekorativ ist der Maßwerkschmuck im Sterngewölbe. Die erst 1668 angefügte Marienkapelle birgt im barocken Marmoraltar das Schnitzbild der Muttergottes im Ährenkleid (um 1500), eine Kopie des Gnadenbildes im Mailänder Dom. Wie in der Stiftskirche sind auch hier die Grabdenkmäler für die Pröpste von schönster Qualität. – Die ehemaligen IGostergebäude (1716-23) der Franziskaner dienen heute weltlichen Zwecken. Seit 1988 gibt es hier ein Nationalpark-Haus, das Informationszentrum der Nationalparkverwaltung von Berchtesgaden. Als die Fürstpropstei Berchtesgaden 1809 an Bayern fiel, zog es die Wittelsbacher immer öfter hierher. König Max II. war ein besonders passionierter Jäger, und obwohl die Räume im Schloss zur Verfügung standen, baute er sich noch eine eigene Villa. Die Königliche Villa in der Kälbersteinstraße 4 war bis 1918 Sommer- und Jagdsitz der Wittelsbacher. In italisieren- dem Stil gebaut (Ludwig Lange, 1849-52), sollte sie das »Ländlich- Sittliche zum Fürstlichen erheben«.

Von hier aus ist es nicht weit zur Kalvarienberg-Kapelle und den vier Kreuzwegstationen, die 1760 errichtet wurden (Fürstensteinweg). Fürstpropst Michael Balthasar war der Initiator der Anlage – derselbe Kirchenfürst, der auch Schloss Fürstenstein (Fürstensteinweg 14) als Lustschloss bauen ließ (ab 1758; seit 1899 profaniert). Durch dieses Gelände führte die Soleleitung nach Reichenhall. Am Soleleitungssteg ist eine Erinnerungstafel für Georg von Reichenbach angebracht, den Erbauer der Soleleitung.

Wollen wir uns mit Geschichte und Praxis der Salzgewinnung vertraut machen, müssen wir die entgegengesetzte Richtung einschla- gen. Am nordöstlichen Ortsende, in der Bergwerkstraße, finden wir das berühmte Salzbergwerk Berchtesgaden. Da im Jahr über 500000 Besucher kommen, müssen Wartezeiten eingeplant werden. Nach der obligaten Einkleidung in Bergmannstracht, nach kurzer Fahrt mit der Grubenbahn in den Berg hinein und der Benutzung zweier Rutschen, steht man – 150 m unter der Erde – vor einem Salzsee. Im Salzmuseum wird man mit der Geschichte des Bergwerks vertraut gemacht und sieht Maschinen und Geräte für den Salzabbau. Wahrscheinlich wurden die alpinen Salzlagerstätten in einem Ausläufer des Hohen Göll schon in der Jungsteinzeit genutzt, gewiss aber von den Kelten, die auch am Dürrnberg den Salzbergbau betrieben. Das Stift Berchtesgaden, dem Kaiser Friedrich Barbarossa das Recht des Salzabbaus verliehen hatte, grub zunächst in der Nähe von Schellenberg und entdeckte erst später die Salzlager bei Berchtesgaden, am Fuß des Salzbergs. Mit dem Petersbergstollen gründete Fürstpropst Gregor Rainer im Jahr 1517 das heutige Bergwerk. Während in der Frühzeit das Salz am Dürrnberg bergmännisch abgebaut wurde, also >trocken<, gewann man im Berchtesgadener und Reichenhaller Raum das Salz auf dem Umweg über die Sole.

Doch nicht nur auf die Salzlager konnten sich die Herren von Berchtesgaden und ihre Untertanen verlassen. Das Holz war die zweite wichtige Einnahmequelle. Wie in Oberammergau lebten auch hier viele Familien von der Schnitzkunst, und was in dieser waldreichen Region alles entstand, zeigen die reichen Bestände des Heimatmuseums im Renaissanceschloss Adelsheim (Schroffenbergallee 6). Seit dem 15. Jh. hat sich das Berchtesgadener Holzhandwerk entwickelt, im 18. und 19. Jh. gingen seine Erzeugnisse in alle Welt.

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