Der Rupertiwinkel 4

Vom Marienplatz aus führt eine Brücke über die Salzach ins österreichische Oberndorf. Schon allein wegen des spektakulären Blicks auf die Salzachschleife und die Stiftskirche sollte man in der Nachbargemeinde einen Besuch machen. Eine weitere Attraktion: die Stille-Nacht-Kapelle, in der die Originalnoten des bekannten Weihnachtsliedes aufbewahrt werden, das Franz Gruber komponierte. Im Jahr 1818 ist es in der alten Oberndorfer Nikolauskirche zum ersten Mal erklungen. Auch die Wallfahrtskirche Maria Bühel (17. und 18. Jh.) ist in Oberndorf wichtig. Johann Michael Rottmayr hat hier mehrere Altarbilder hinterlassen.

Das Salzach-Hinterland südlich von Laufen ist landschaftlich sehr reizvoll. Hier befindet sich auch der wärmste Badesee Bayerns, der kleine Abtsdorfer See. Er wird aus den Quellen und Zuflüssen des Haarmooses gespeist und ist daher bräunlich gefärbt. Weiter westlich gibt es ein abwechslungsreiches Moorgebiet, das Schönramer Filz. Das Hochmoor – wie der Waginger und Abtsdorfer See Relikt der Eiszeit – steht unter Naturschutz, doch sind Wanderungen möglich.

Abtsdorfer See

Abtsdorfer See

Direkt an der B 20 in Richtung Freilassing liegt Triebenbach. Das Schloss, ein wehrhafter Bau mit Torturm (14. und 16. Jh.), war sicherlich einst sehr ansehnlich. Ein Bauer, an den die Anlage 1824 überging, hat leider einige Gebäude abgetragen, sodass der Komplex heute nur noch Fragment ist. Im zweiten Obergeschoss existiert ein Theatersaal, hier haben wandernde Schauspieler gastiert. Die bemalten Kulissen sind zum Teil noch vorhanden. Wolfgang Amadeus Mozart, mit dem einstigen Schlossherrn Joachim von Schidenhofen befreundet, hat in Triebenbach konzertiert.

Freilassing, wunderschön vor der Kulisse der Berchtesgadener Berge gelegen, ist ein recht unruhiger Ort. Wichtige Straßen kommen hier zusammen, außerdem ist der Ort ein Bahnknotenpunkt und Grenzübergang im Autoverkehr nach Salzburg.

Bei Piding setzt der Hochstaufen (1771 m) einen sehr deutlichen Akzent. Doch am schönsten ist dieser Berg, wenn man ihn von Anif bei Salzburg aus betrachtet: dort steigt er als formvollendete Pyramide aus dem Wiesengrund. Den lohnendsten Fernblick vermittelt der Högl (827 m), ein lang gestreckter Höhenzug zwischen Ainring und Piding. Von oben breitet sich die Salzachebene mit Salzburg und dem Gaisberg in ihrer ganzen Großartigkeit vor uns aus.

Auch für die Kunstinteressierten ist in diesem Gebiet vielfältig gesorgt. Auf dem Johannishögl bei Piding finden wir die spätgotische Kirche St. Johann mit einem Altar von Gordian Guckh (um 1520) und Fresken aus der Zeit um 1500. Südlich des Ortes, auf einem Hügel am Fuß des Hochstaufen, begeistert die Burg Staufeneck den Freund wehrhafter mittelalterlicher Bauten. Die romanische Anlage war in Salzburger Besitz; Erzbischof Leonhard Keutschach ließ sie 1513 ausbauen. Alles ist vorhanden: Halsgraben, Zwinger und sogar ein Turm mit Folterkammer. (Die Burg ist heute wieder in Privatbesitz.)

Anger ist der Verwaltungssitz für die Dörfer am Högl. Bereits von der Autobahn Richtung Salzburg aus macht der Ort auf der Anhöhe, überragt von seiner schlanken Kirche, sehr neugierig. »Das schönste Dorf Bayerns« soll Anger nach einem Ausspruch König Ludwigs I. sein. Zumindest ist die großzügige Gruppierung der alten Handwerkerhäuser um den weiten Dorfanger nicht alltäglich. Auch die Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt, ein Nagelfluhbau aus der Mitte des 15. Jh., ist sehr bemerkenswert. Das Langhaus besaß einst – wie in Burgkirchen am Wald – drei Freipfeiler, doch wurde hier der Mittelpfeiler entfernt. Schön ist das Netzgewölbe im Chor mit seinem maßwerkartigen Schmuck, doch im Übrigen herrscht in diesem Raum das 17. und 18. Jh. Auffallend: die Rosenkranzmadonna (1680) und die Rokokobilder über den Seitenaltären (Franz Nikolaus Streicher, um 1770). Sie stammen aus der alten Stiftskirche von Höglwörth, unserem letzten Ziel im Rupertiwinkel.

Ein kleiner See, ein umfangreiches Klosterareal – Höglwörth ist auf den ersten Blick schon sehr verlockend. Bis zur Säkularisation haben hier Augustinerchorherren gelebt, sie wurden schon 1125 durch Erzbischof Konrad I. von Salzburg berufen. Die ehemaligen Klostergebäude gruppieren sich sehr idyllisch um zwei kleine Höfe. Die Anlage aus dem 17. Jh. ist heute in Privatbesitz und leider nicht zugänglich.

Besichtigen kann man jedoch die Pfarrkirche St. Petrus und Paulus, eine Saalanlage des späten 17. Jh. Die Ausstattung stammt aus den Jahren um 1762-65. Reizvoll ist der Stuck in Grün und Gold, ein Werk des Salzburger Stuckatormeisters Benedikt Zopf, der wohl aus Wessobrunn stammte. Der zarte Rokokodekor umrahmt die Fresken, die Franz Nikolaus Streicher 1765 malte. Im Langhaus sieht man die Himmelfahrt Mariens mit Augustiner- und Benediktinerheiligen über der Gründungsszene. Auch die Altäre aus Unters- berger Marmor sind Werke des 18. Jh. In der Kirche von Höglwörth wird alle drei Jahre zu Karfreitag ein aufwendiges Heiliges Grab errichtet, das bis zur Decke der Kirche reicht.

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