Der Rupertiwinkel 3

Laufen

Eine Ecke der Stadt Laufen

Eine Ecke der Stadt Laufen

Der Ort, eingebettet in eine Schlinge der Salzach, ist nicht nur geschichtlich der Mittelpunkt des Rupertiwinkels. Was die Vergangenheit hier an großer Architektur hinterließ, an malerischen Winkeln, ist begeisternd. Eine Siedlung >ad loffi< – bei den Stromschnellen – ist für das 8. Jh. belegt. Um 1040 wurde die Stadt – neben Salzburg die älteste im Erzstift- gegründet. Die günstige Lage am Fluss und an der Salzstraße brachte Gewinn – Laufen entwickelte sich zum Hauptsta-pelplatz für das Salz aus Hallein und Reichenhall. Im 13. und 14. Jh. wurden die Schiffs- und Fuhrrechte erblich geregelt, es entstand ein Schifferpatriziat. An der Spitze standen die >Schefherren<, die Schiffseigner. Die >Ausfergen< brachten das Salz von Hallein herein, die >Naufergen< schafften es weiter nach Passau. Im Winter, wenn der Schiffsverkehr stillag, widmete man sich dem Theaterspiel – das Laufener Schiffertheater reiste im ganzen Land umher. Die alten Traditionen sind noch lebendig: im Sommer wird auf der Salzach ein Schifferstechen veranstaltet und alle drei Jahre eine Historische Piratenschlacht. 1866 wurde der letzte Transport auf dem Fluss unternommen, die Eisenbahn hatte den Schiffsverkehr verdrängt. Damals war Laufen bereits bayerisch, doch das Erzbistum Salzburg, das von 1245 bis 1803 hier herrschte, hat die Kultur der Salzachstadt geprägt.

Im Norden wird das Stadtbild der Halbinsel vom mächtigen Bau der Stiftskirche beherrscht, im Süden vom Schloss. Die Pfarr- und Stiftskirche Zu Unserer Lieben Frau ist als eine der ältesten Hallenkirchen Süddeutschlands für die Kunstgeschichte interessant. In Österreich, im Chorbau der Zisterzienserkirche von Heiligkreuz bei Wien, war dieses Raumsystem (die Schiffe sind ganz oder annähernd gleich hoch) bereits vorgebildet worden. Eine dreischiffige romanische Pfeilerbasilika war vorausgegangen, von ihr sind Teile des Turms, Säulen und Portallöwen erhalten. Das reiche Bürgertum der Stadt und der Adel der Umgebung sorgten im 14. Jh. für einen Neubau. Um 1330 wurde mit den Arbeiten am Hallenchor begonnen, und um 1340 war der gesamte Bau vollendet. Als Baumeister wird der Ingolstädter Konrad Schrank angenommen.

Die weite Anlage mit ihren drei fast gleich breiten und fast gleich hohen Schiffen, mit dem nach Zisterzienserart gerade geschlossenen Chor, hat schon die Zeitgenossen beeindruckt. »Ain chostlich werch« nannte man die Frauenkirche. Die Ausstattung wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert, die heutigen Altäre stammen aus der zweiten Hälfte des 17. Jh. Von schönster Qualität ist das Altarblatt im südlichen Seitenaltar, dem Schifferaltar. Johann Michael Rottmayr stellte hier den hl. Rupert in einer Salzburger Landschaft dar (1691). Rottmayr, 1654 in Laufen geboren, in Venedig Schüler von Carl Loth, war der bedeutendste bayerische Altarbildmaler des späten 17. Jh. Auch als Freskant, als Mitarbeiter der großen österreichischen Barockarchitekten, leistete er Hervorragendes und avancierte zum Hofmaler Kaiser Karl VI. Einige Stücke der spätgotischen Ausstattung sind noch vorhanden, darunter – an den Seitenwänden – Tafelbilder des ehemaligen Hochaltars (1467). Vor allem aber ist es die Grabmalkunst, die in dieser Kirche durch ihre Qualität überrascht. Wir entdecken hier über 200 Grabsteine geistlicher und adeliger Herren aus dem 15. und 16. Jh. Besonders zu beachten: der Grabstein für Marchs von Nußdorf (um 1478) an der östlichen Turmwand und der Doppelgrabstein für die Familie Scheller an der Westwand (um 1500), beides wohl Arbeiten des Salzburgers Hans Valkenauer. Auch Johann Michael Rottmayr hat ein Epitaph in seiner Heimatstadt hinterlassen, 1698 hat er es für seine Eltern gemalt (letztes Joch an der Südseite).

An drei Seiten wird die Kirche von einem stimmungsvollem Laubengang umgeben (15. und 16. Jh.). Einige Deckenbilder sind hier zu sehen, viele Grabsteine und nicht zuletzt – an der Vorhalle der Südseite – ein romanischer Löwe aus Marmor (12. Jh.). – Im Dechanthof nördlich der Kirche (1625-27) werden Tafelbilder der gotischen Altäre aufbewahrt, meist Arbeiten der Salzburger Schule von der Mitte des 15. Jh.

Die Rottmayrstraße führt zum Marienplatz. An der Straße und um den geschlossen umbauten Platz versammeln sich noble Häuser im Stil der Inn-Salzach-Städte. Die Patrizier Laufens, darunter nicht wenige Schiffsmeister, sorgten für diese stattlichen Bauten. In der Rottmayrstraße (Nr. 16 und 26) fällt das Alte Rathaus (1564/65) auf, ebenso das ehemalige Schiffsmeisterhaus (16. Jh.). Am Marienplatz sieht man zwei Patrizierhäuser aus dem 16. und 19. Jh., die besonders aufwendig gestaltet sind (Nr. 16 und 17/18). Die Stadtbefestigung ist nur noch in wenigen Teilen erhalten, zu ihr gehört das Salzburger Tor an der Schlossstraße (17. Jh.). Das ehemalige Erzbischöfliche Schloss, ein massiger Vierflügelbau, ist das Werk von Vincenzo Scamozzi. Der Barockbau aus den Jahren 1606-18 gruppiert sich um einen Innenhof (heute Wohn- und Geschäftsbau).

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