Der Chiemgau 7

Peterskirchlein in Meilham

Peterskirchlein in Meilham

Auf dem Weg nach Norden, in Richtung Amerang, sollte Meilham nicht versäumt werden. Die kleine Kirche St. Peter wurde von den einstigen Herren von Amerang, den Laiminger, gestiftet. Sie ließen an das bestehende romanische Langhaus Mitte des 15. Jh. einen gotischen Chor anbauen. Der kleine Saalbau besticht vor allem durch die frische Farbigkeit seiner barocken Altäre, des Netzgewölbes und seiner Schlusssteine. Einige Fresken aus der Zeit um 1500 sorgen in ihrer Zartheit inmitten der satten Farbenpracht für zusätzlichen Reiz.

Amerang ist vor allem bekannt durch sein Schloss, denn im Re- naissance-Arkadenhof werden im Sommer Konzerte veranstaltet. Der wehrhafte Bau, von Verwandten der Veroneser Scaliger um 1500 von einer gotischen Burg in ein Renaissanceschloss umgewandelt, ist heute im Besitz der Freiherrn von Crailsheim. Unten im Ort, in der Pfarrkirche St. Rupert, sind neben qualitätvollen barocken Schnitzwerken sehr schöne Rotmarmor-Grabsteine für Angehörige der Familien Laiming und Von der Laitter (della Scala) zu sehen. – Da Amerang auch ein umfangreiches Bauernhausmuseum besitzt, dazu auch ein Automobilmuseum, ist man in diesem sympathischen Ort gut beschäftigt.

Prien gehört zu den lebhaftesten, vom Verkehr wenig geschonten Orten am Chiemsee. Zudem ist es Station an der Bahnlinie München-Salzburg und besitzt mit dem Ortsteil Stock den wichtigsten Hafen für Fahrten zur Herreninsel. Dennoch: die Rehabilitations- Kliniken und Sanatorien beweisen, dass man sich hier gut erholen kann. Seit 1960 ist der anerkannte Luftkurort Prien auch ICneipp- bad.

Für Kunstfreunde ist der Besuch der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt unerlässlich. Der Barockbau der Jahre 1735-38 wurde von Johann Baptist Zimmermann und seinen Helfern stuckiert und ausgemalt. Seit der Renovierung, die 1988 abgeschlossen wurde, zeigt sich die Kirche wieder in festlichem Glanz. Feiner Bandelwerkstuck begleitet das Hauptfresko, eine Darstellung der Seeschlacht von Lepanto. 1739 feierte die Priener Rosenkranzbruderschaft ihr hundertjähriges Bestehen, und so lag die Wahl dieses Themas nahe. Das Rosenkranzgebet des Papstes Pius V., den der Künstler innerhalb einer Triumphbogenarchitektur zeigt, hat der Überlieferung nach der Schlacht gegen die Türken die entscheidende Wende gebracht. Da auch die Altäre – Werke des Salzburgers Georg Doppler – von schönster Qualität sind, ist der Besuch dieser Kirche eine reine Freude. Wenig beachtet werden im Allgemeinen die Nebenbilder im Langhaus und Altarraum, die den Patronen der sechs Filialen von Prien gewidmet sind, darunter – für Urschalling – der hl. Jakobus.

In Prien gibt es zwei Museen. In der Galerie im Alten Rathaus (Alte Rathausstraße 22) sind Arbeiten bekannter Chiemseemaler zu sehen, die sich in den Gruppen >Bären und Löwen< (1870-97) und >Die Welle< (1922-33) zusammenfanden. Die Sammlungen des Heimatmuseums (Friedhofweg 1) widmen sich der Bauernkultur, der Chiemseefischerei und der Priener Tracht, die sich durch besonders kleidsame Hüte auszeichnet.

Inmitten der Hügelterrassen, die Prien im Süden und Westen umgeben, liegt Urschalling. Die kleine, von außen schlichte Kirche St. Jakobus d. Ä. gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Kunstzielen im Chiemgau. Hier bauten sich im Hochmittelalter die Grafen von Falkenstein eine Burg, zu der auch eine kleine Kirche gehörte. Nach dem Aussterben der Falkensteiner fiel ihr Besitz an die bayerischen Herzoge, die ihrerseits die Herren von Aschau-Hirnsberg als Lehensträger einsetzten. Dem letzten aus diesem Geschlecht, Wolfgang von Aschau-Hirnsberg, ist die gotische Ausmalung der Kirche zu verdanken (um 1390). Sie hat Urschalling berühmt gemacht, denn der Freskenzyklus, der sich auf Gewölben und Wänden ausbreitet, ist einzigartig. Doch was man hier sieht, ist nicht das ganze Freskengewand. Ein Blick auf die Nordseite des Chorraums, auf die Darstellung von Adam und Eva nach dem Sündenfall zeigt, dass hier schon ein romanischer Maler am Werk war. Tatsächlich überdeckt der gotische des späten 14. Jh. einen romanischen Freskenzyklus der Zeit um 1200. Die Maler der Zyklen werden – für den romanischen Teil – mit der Salzburger Schule in Verbindung gebracht, während für die gotischen Fresken wohl ein Lokalmeister in Frage kommt.

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