Der Chiemgau 13

Am Rande des Teisenbergs (1272 m), entlang der Roten Traun, führt die B 306 nach Siegsdorf. Unterwegs lohnt es sich, in Hammer Station zu machen. Im Ortsteil Mauer finden wir den Wastlbauernhof aus dem Jahr 1762, der nicht nur außen, sondern auch im Innern reich mit Malereien geschmückt ist.

Bei Siegsdorf mündet die Rote Traun in die Weiße Traun, und nördlich der Autobahn finden wir sie als Traun – in Richtung Traunstein fließend – wieder. Im Ort kommen Straßen aus allen Richtungen zusammen, von hier aus ist manche Entdeckungsfahrt zu unternehmen. Siegsdorf wurde 1975 zur paläontologischen Sensation, als im Gerhartsreiter Graben ein Mammutskelett aus der Altsteinzeit gefunden wurde. Zusammen mit anderen Knochenfunden ist es in einem Museum zu betrachten. Auch die Pfarrkirche Mariä Empfängnis (1779-81) lohnt den Besuch, denn das Fresko zum Brand der Stadt Traunstein, das Franz Joseph Soll 1781 malte, ist beeindruckend.

Im Wald verborgen, auf steilem Gelände: Bad Adelholzen mit seinem alten Kurhaus und der Kapelle St. Primus und Mariä Heimsuchung. Ein Märtyrer aus der Zeit Kaiser Diokletians, der hl. Primus, soll die heilende Quelle schon im 3. Jh. entdeckt haben. Adelholzen war einst ein berühmter Podagrabrunnen (Gicht); heute heilt man hier Herz-Kreislauf- und Stoffwechselkrankheiten.

Siegsdorf

Siegsdorf

Ebenso im Wald verborgen eine weitere heilsame Stätte: Maria Eck. Die Wallfahrtskirche auf dem Egg, einem Vorberg des Hochfelln, ist im Chiemgau das verehrteste Pilgerziel, noch heute kommen im Jahr über 100 000 Gläubige hier hinauf. Die Wallfahrt entstand im frühen 17. Jh. aufgrund wunderbarer Lichterscheinungen. Wolf König, der Baumeister der Salinenkapelle von Traunstein, hat die kreuzförmige Anlage errichtet (1635 und 1642). Der prächtige Hochaltar umschließt das Gnadenbild, eine Darstellung der Muttergottes, die von Wallfahrern angebetet wird (um 1630). Im linken Altar ein weiteres Marienbild: eine Ikone, ein russisches Original aus dem 17. Jh. Am Höhepunkt des Wallfahrtsjahres, dem dritten Sonntag im Mai, finden sich hier die Trachtenvereine des Chiemgaus zur Andacht zusammen.

Das Tal von Bergen, im Westen begrenzt vom Bergener Moos, wird von einem der schönsten Chiemgauberge beherrscht, dem Hochfelln (1664 m). Vom Karwendel bis zu den Höhen des Salzkammerguts reicht die Aussicht vom Gipfel, und da eine Großkabinenbahn hinaufführt, wird man sich dies Vergnügen nicht entgehen lassen.

Auf einer Anhöhe über dem Tal, auf dem Weg nach Vachendorf, steht das Jakobuskirchlein von Bernhaupten. Der kleine Bau mit Spitzhelm birgt einen außerordentlichen Altar mit einem spätgotischen Triptychon (um 1475), dessen Tafeln dem Salzburger Kunstkreis (Rueland Frueauf d. A.?) zugeschrieben werden. Noch vom romanischen Bestand der Kirche stammt ein Freskenfragment im Vorhaus (um 1170), das stilistisch den Chorfresken im Frauen- chiemseer Münster ähnelt.

Vachendorf war einst eine wichtige Pfarrei und auch für Bergen zuständig, woraus sich der überaus stattliche Bau der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt erklärt. Der Graubündner Lorenzo Sciasca hat sie 1680-82 auf den Fundamenten einer romanischen Pfeilerbasilika errichtet. Reich geschnitzte Altäre in frühbarockem Schwarz-Gold bestimmen das Raumbild. Das kostbarste Kunstwerk aber ist der ausdrucksvolle romanische Kruzifixus (erste Hälfte 13. Jh.) über dem Sakristeiportal.

Eine weitere auffallend geräumige Kirche dann oben nach der Steigung, am Stadtrand von Traunstein. Die Pfarrkirche St. Mariä Verkündigung in Haslach war bis 1850 Pfarrkirche von Traunstein. Daraus erklärt sich auch die Versammlung großartiger Grabsteine für Geistliche und Patrizier der Stadt in der Turmvorhalle, entlang der Friedhofsmauer und in der Friedhofskapelle.

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