Im Berchtesgadener Land 6

Bad Reichenhall

Das weite Reichenhaller Becken war schon früh besiedelt. Illyrer, Kelten und Römer lebten hier, ehe sich im 6. Jh. die Bajuwaren ausbreiteten. Es waren die reichen Salzvorkommen, die hier die Begierde weckten, und ihnen verdankt der Ort seinen Namen: >hal< ist das keltische Wort für Salz. Bis heute blieb die Salinentradition lebendig, doch dient die Sole weitgehend der Kur. Bad Reichenhall ist Kurort durch und durch, wohlgepflegt, begrünt und auch klimatisch begünstigt. Von Bergen umringt – die östlichen Ausläufer der Chiemgauer Berge, das Lattengebirge, der Untersberg – kann sich der Ort beschützt fühlen.

Die Solequellen und Sudpfannen, von den Agilolfingerherzögen in Besitz genommen, wurden von Herzog Theodo II. um 700 den Salzburger Erzbischöfen geschenkt. Da sich später auch die Bayern- herzöge für das Salz interessierten, wurde diese Schenkung zum Anlass endlosen Streits. Auch die Reichenhaller Bürger zeigten sich widerspenstig: als sie sich weigerten, den Salzzehnt zu zahlen, ließ Erzbischof Adalbert 1196 die Stadt niederbrennen. Zur Stadt war Reichenhall 1158 durch Heinrich den Löwen erhoben worden. 1219 und 1228 wurden die beiden Keimzellen, das ehemalige Königsdorf und die Marktstadt durch Herzog Ludwig I. ummauert. Nach jahrhundertelangem Streit fiel Reichenhall 1587 endgültig an Bayern. Überschwemmungen der Saalach, vor allem aber die Stadtbrände (1196, 1484, 1515, 1834) verursachten immer wieder schwere Schäden.

Reichenhall

Reichenhall

Ein weiterer Brand im Jahr 1512 traf einen Bau, der im Mittelalter zu den bedeutendsten in Oberbayern gehörte, die Augustinerchorherrenstiftskirche St. Zeno. Erzbischof Konrad I. von Salzburg hat hier 1136 ein Chorherrenstift gegründet. Vorausgegangen war eine Kirche des 8. Jh., die bereits dem hl. Zeno, dem Schutzheiligen gegen Überschwemmungen, geweiht war. Der romanische Bau hatte gewaltige Ausmaße – mit 30 m Breite, 90 m Länge und 16 m Höhe war es die größte Basilika in Altbayern. Diese Kirche (1228 geweiht) war dreischiffig und flach gedeckt, mit Doppelturmanlage im Westen. Nach dem Brand von 1512 wurde sie bis 1520 spätgotisch umgebaut, doch bezog man das romanische Kirchenschiff mit ein. Weitere Veränderungen brachten das 17. und 18. Jh.

Außerordentlich ist das romanische Westportal (um 1200) mit tiefem Gewände, gebaut aus roten und weißen Marmorquadern von den Brüchen in Adnet und am Untersberg. Zwei Löwen tragen die Freisäulen, im Tympanon erscheinen neben der thronenden Madonna die hll. Zeno und Rupert. Das Rankenornament am Türsturz verrät lombardischen Einfluss.

Einige Ausstattungsstücke der gotischen Zeit sind bemerkenswert: im Hochaltar (neu zusammengestellt) die Schnitzgruppe der Marienkrönung (um 1520), seitlich zwei Tafelbilder (Heimgang und Himmelfahrt Mariens) des Münchner Hofmalers Hans Ostendorfer (1516). Auch das Chorgestühl (1520) mit Schnitzwerk an den Brüstungswänden und in den Wandfüllungen weist überdurchschnittliche Qualität auf. Von der romanischen Kirche blieb auch der Kreuzgang, doch wurde er im 14. Jh. gewölbt. An einem Fensterpfeiler des Westflügels fällt das ganzfigurige Herrscherbildnis von Friedrich I. Barbarossa auf, einem der Förderer des Stiftes.

St. Zeno liegt im östlichen Stadtbereich. Nicht weit entfernt, auf dem Weg zum Zentrum, finden wir den Kurpark, umgeben vom Staatlichen Kurhaus, dem Kurmittelhaus und dem Gradierwerk. Das Kurhaus, ein prunkvoller Jugendstilbau (1900), wurde von Max Littmann errichtet, dem Architekten des Münchner Prinzregententheaters. 1912 entstand das Gradierwerk als >Frei- Inhalatoriunn, ein Bau von 160 m Länge, dessen Vorrichtungen der Gesundung der Atemwege dienen.

Die Ludwigstraße führt zur Salinenstraße und der umfangreichen Anlage der Alten Saline. Nach dem Stadtbrand von 1834 hat König Ludwig I. den Bau dieser Saline angeordnet, »wie sie herrlicher keine Stadt Deutschlands bis dahin aufzuweisen vermochte«. Neuromanisch und prächtig, einer Klosteranlage nicht unähnlich, erhebt sich das Hauptbrunnhaus. Das Gebäude steht über den unterirdischen Quellen. Die 22 natürlichen Solequellen dienen heute fast nur noch zur Kur: Vom Brunnhaus werden sie zum Gradierwerk und zum Solespringbrunnen im Kurhaus geleitet. Der hl. Rupertus, Schutzpatron der Saline, wurde auch hier nicht vergessen: die Brunnhauskapelle ist neubyzantinisch, die Glasfenster entwarf Moritz von Schwind. – Die Saline liegt unter der Burg Gruttenstein, die 1219 zum Schutz der Salzquellen errichtet wurde. Mehrfache Zerstörungen zwangen zu Erneuerungen, die Wohngebäude sind spätgotisch.

Im Westen grenzt das Floriansviertel an den Salinenbezirk. Da der letzte Stadtbrand hier nicht Zugriff, sind um den Florianiplatz noch alte Häuser vom Inn-Salzach-Typ erhalten. Von hier aus ist es nicht mehr weit zur Pfarrkirche St. Nikolaus, die 1181 als Filiale von St. Zeno als dreischiffige Basilika gebaut wurde. Nach dem Stadtbrand von 1515 wurde die Kirche gotisch verändert. Westchor, Westfassade und Turm stammen aus den Jahren nach 1861. Der Innenraum wurde 1860 neuromanisch ausgestattet, die Wandbilder stammen von Moritz von Schwind. Aus der Erbauungszeit der Kirche ist noch der reich gestaltete Bogenfries an der Außenmauer der Südapsis vorhanden, und auch im Innern wirkt die Romanik nach.

Lohnend ist der Besuch im Städtischen Heimatmuseum in der Getreidegasse. Ein ehemaliger Getreidestadel (1539) wurde hier zum Museum umfunktioniert, die Sammlung umfaßt Vor- und Frühgeschichte, Handwerk, Gewerbe, Stadtgeschichte, Wohnkultur, Hausrat und sakrale Kunst.

Der Hausberg der Reichenhaller ist der Predigtstuhl (1640 m). Eine Kabinenseilbahn führt hinauf, doch kann man in etwa 3 Stunden auch zu Fuß den Gipfel erreichen. Belohnt wird der Wanderer durch einen herrlichen Blick auf das Reichenhaller Tal und alle Ber- ge vom Dachstein bis zum Kaisergebirge und den Zillertalern.

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Im Berchtesgadener Land 5

Hinter Ramsau wird die Ache zum Wildbach, die Felsstürze von den Hängen des Hochkalters haben die Landschaft im Laufe der Jahrhunderte in einen romantischen Wald, den Zauberwald, verwandelt. Der Hintersee, wenn auch weniger erhaben als der Königssee, gewinnt durch seine freundlichen Ufer und die sanfteren Höhen. Vorbei an einem kleinen Karstwassersee, dem Taubensee, führt die Deutsche Alpenstraße nach Schneizlreuth und Bad Reichenhall.

Nördlich von Berchtesgaden haben die Marienkirchen von Kunterweg und Vordergern – beide herausragend in ihrer reichen Ausstattung – in der Wallfahrtskirche Maria Ettenberg eine gewichtige Konkurrenz. Das Tal der Berchtesgadener Ache wird im Westen von bewaldeten Anhöhen begleitet – hier oben in 800 m Höhe steht die Ettenberger Kirche neben einem Gasthof und mehreren Höfen. Über die Almbachklamm ist sie auch zu Fuß zu erreichen. Der Aufstieg lohnt, denn der Ausblick auf die Berchtesgadener Berge ist begeisternd. Fürstpropst Julius Freiherr von Rehlingen ließ den Bau 1724 für ein Muttergottesbild in einer Linde auf dem Almberg, das als wundertätig galt, errichten. Die Saalkirche, hoch und hell, ist sehr reizvoll stuckiert: weiß auf grünem Grund (Josef Hopp, Burghausen). Im prächtigen Hochaltar ist das Gnadenbild, umgeben von Putten, der Mittelpunkt. Im Deckenbild (Innozenz Waräthi, Burghausen) ist neben der Himmelskönigin und der Esther des Alten Testaments auch Fürstpropst von Rehlingen zu erkennen. Der Stuckmarmor der Altäre – in den Seitenkapellen in Rosa und Weiß – trägt zum farbenfrohen Gesamtbild der Kirche bei. Eindrucksvoll auf der Empore: eine gewaltige Schnitzfigur des hl. Christophorus (um 1670).

Marktschellenberg

Marktschellenberg

Marktschellenberg, im Tal der Berchtesgadener Ache, hat wie Berchtesgaden eine lange Tradition als Salinenort. Bereits Mitte des 12. Jh. wurden am Gutratberg Salzvorkommen entdeckt, doch im Gegensatz zu den Berchtesgadnern konnten sich die Schellenberger auf die Dauer nicht an ihrem Besitz erfreuen, denn den Salzburger und auch den Reichenhaller Nachbarn gelang es, den lästigen Konkurrenten weitgehend auszuschalten. Einiges erinnert noch an die Zeit des Salzhandels und der Salzgewinnung: das alte Marktwappen mit dem Salzfass ziert eine Rotmarmorplatte am Turm der Pfarrkirche St. Nikolaus (1870/71; Turm 1521).

Der heilklimatische Kurort lebt heute vor allem vom Fremdenverkehr. Attraktiv für die Gäste ist der Besuch der Almbachklamm, vor allem aber der Schellenberger Eishöhle im Untersberg (geöffnet von Mitte Mai bis Ende Oktober).

Eine große Wiese der Salzburger Erzbischöfe im Gebiet der Probs- tei Berchtesgaden gab Bischofswiesen den Namen. Bereits 1155 ging sie durch Tausch an Berchtesgaden, zum Vorteil für das gebirgige Land, denn hier war Landwirtschaft möglich. Heute lebt man in Bischofswiesen und den Ortsteilen Engedey, Loipl, Stanggaß, Strub und Winkl vor allem vom Fremdenverkehr. Hier, in der frischen Luft, umgeben von weiten Wiesen und sanften grünen Hängen, fühlen sich die Gäste wohl, denen es nichts ausmacht, die Berge nicht so ganz nah vor sich zu haben. Dennoch sind sie immer noch deutlich vorhanden: im Süden der Hochkalter, der Watzmann und der Hohe Göll. Und außer Berchtesgaden lohnt auch Bad Reichenhall als nahes Ausflugsziel.

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Im Berchtesgadener Land 4

Am Westufer greift die kleine Halbinsel von Sankt Bartholomä in den See hinein. Die Wallfahrtskirche St. Bartholomäus ist der Allgemeinheit durch zahlreiche Abbildungen ebenso bekannt wie die Wieskirche und die Königsschlösser – kein Wunder, sie liegt sehr malerisch unter der Watzmannostwand. Als Basilica Chunigesse wurde sie von Chuno von Horburg, dem Mitbegründer des Stifts Berchtesgaden, und von Probst Eberwin gestiftet. Diesem Chuno verdankt auch der Königssee seinen Namen. Der romanischen Basilika folgte im Jahr 1697 der heutige Bau – einschiffig, mit östlicher Dreikonchenanlage; 1732 kam dann der westliche Rundbau hinzu. Um 1700 entstand der Hochaltar mit dem Gemälde des hl. Bartholomäus; er füllt den gesamten Chorraum. Auch die seitlichen Konchen sind mit Altären besetzt. Schön ist der Rankenstuck, ein Werk des auch in Maria Gern so kunstvoll schaffenden Salzburgers Joseph Schmidt (1709).

Der Gasthof, im Westen rechtwinklig angebaut, war einst Jagdschloss der Berchtesgadener Fürstpröpste. Auch der Fischmeister hatte hier sein Quartier, er versorgte die Pröpste mit dem edelsten Fisch des Sees, dem Saibling. Nach Aufhebung des Stiftes waren es die Wittelsbacher Könige, die sich zu Hofjagden einfanden. Einen schönen Blick vermittelt der Malerwinkel an der Nordostseite, doch wer den berühmtesten deutschen Alpensee in seiner ganzen Ausdehnung sehen will, sollte sich hinauf auf den Jenner (1874 m) begeben, zu dessen Gipfel die Jennerbahn ab Talstation Königsee führt.

ln Königssee, Kessel, St. Bartholomä und Salet fahren die staatlichen Elektroboote ab, sie schiffen über 800 000 Personen jährlich über den Königssee. Nur gut, dass die Bergwelt selbst von dem Touristenstrom wenig zu spüren bekommt – dafür sorgen die strengen Schutzbestimmungen für den Nationalpark Berchtesgaden, ein Gebiet von 210 km2 um den Königssee mit Watzmann und Hochkalter, den bayerischen Anteilen des Hohen Göll, des Hagengebirges, des Steinernen Meeres und der südöstlichen Reiteralpe.

Ramsau

Ramsau

Die Täler, die vom Berchtesgadener Kessel in die Bergwelt hineingreifen, werden oft mit den Fingern einer gespreizten Hand verglichen. Weit hinein nach Westen erstreckt sich die Ramsau, das Tal der Ramsauer Ache. Ein südliches Seitental, das Wimbachtal, eröffnet den beliebtesten Aufstieg zum höchsten Watzmanngipfel über das Münchner Haus (1928 m). Weniger Kletterfreudige begnügen sich mit dem Besuch der Wimbachklamm, einer tiefen Felsschlucht. Das Wimbachschloss in 937 m Höhe wurde Ende des 18. Jh. vom letzten Berchtesgadener Fürstpropst als Jagdschloss erbaut. In noch höherer Position (1327 m) finden wir die Wimbachgrieshütte – wie das ehemalige Jagdschloss fast das ganze Jahr über bewirtschaftet.

Ramsau, ein sehr beliebter Ferienort am Fuß des Hochkalter (2607 m), kann auch dem Kunstfreund viel geben. Die Pfarrkirche St. Fabian und Sebastian (s. Abb. S. 420) wurde 1512 errichtet und 1692 barock erweitert. Hier sind es vor allem die Schnitzfiguren an der Emporenbrüstung, die den Blick auf sich ziehen (Christus und die Apostel, um 1420).

Reicher und freudiger ausgestattet ist die Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt am Kunterweg. Der Weg führt am Kalvarienberg vorbei, und nach 20 Minuten erreicht man die Kirche über der Waldschlucht, am Hang des Kogels. Einst hat es hier gegeistert, »nächtliche forchtsame Spukgesichter« machten den Kunterweg unsicher. Ein Muttergottesbild, am Fels befestigt, ließ keinen Spuk mehr zu. Später wurde für das Gnadenbild eine Kapelle gebaut und schließlich 1731-33 die heutige Saalkirche. Das Gnadenbild im säulenreichen Hochaltar schnitzte 1690 Wolfgang Huber – auch die Madonna von Gern ist sein Werk. Im Autbau sieht man oben ein Gemälde der hl. Dreifaltigkeit. Für das Berchtesgadener Umland ty-pisch: im Deckenbild erscheint die Immaculata, darunter ein Engel, der Blitze auf die 1733 vertriebenen Protestanten schleudert. Sehr fein und fantasievoll ist der Bandelwerkstuck, den wohl Johann Schaffner anbrache.

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Im Berchtesgadener Land 3

Nicht weit vom Heimatmuseum entfernt führt die Locksteinstraße zur Gernerstraße mit der Wallfahrtskirche Maria Gern, einer der schönsten ländlichen Kirchen Oberbayerns. Die Bergkulisse tut das ihrige dazu: Im Norden beherrscht der lang gestreckte, felsige Untersberg das Tal, im Süden ragen die Gipfel des Watzmanns herein.

ln der Scheffau, am Dürrnberg und auch in der Gern, dem kleinen Tal zwischen der Kneifeispitze und dem südlichen Untersberg, lebten im 16. und 17. Jh. viele Protestanten. Durch die Gegenreformation und die damit verbundene tiefe Marienfrömmigkeit entstanden in diesen Gebieten neue Wallfahrten. Die Wallfahrt zur Madonna von Gern entwickelte sich bald nach 1600, doch der heutige Bau wurde erst 1708-10 errichtet. Bisher hat man nicht herausgefunden, wer den reizvollen Saalbau über elliptischem Grundriss schuf. Schon von außen ist die Kirche in ihrer feinen Gliederung, dem rot-weißen Verputz und dem Schindeldach besonders attraktiv. Im Innern dann eine weitere Überraschung: einen dichteren, reicheren Stuckdekor meint man noch nie gesehen zu haben. Neidlos muss der Liebhaber Wessobrunner Stuckkunst eingestehen: auch das hier ist sehr schön! Der Meister der Akanthusrankenpracht war der Salzburger Joseph Schmidt; seine Kunst kann man auch in der Sakristei der Berchtesgadener Stiftskirche, in Sankt Bartholomä am Königssee und in der Waginger Pfarrkirche bewundern. Angesichts dieser Stuckfülle tritt der Marienzyklus des Freskanten Christoph Lehrl in den Hintergrund. Ländlich farbenfroh sind die Altäre, die bemalte Empore, die Votivbilder im Chor. Goldprangend inmitten des Chors: das Gnadenbild, eine geschnitzte Mondsichelmadonna, deren Gestalt jedoch unter dem feinen Brokatkleid nicht zu erkennen ist. Im Wechsel des Kirchenjahrs wird die Figur immer wieder neu bekleidet – nicht weniger als 24 Prunkkleider stehen zur Verfügung!

Obersalzbergbahn in Berchtesgaden

Obersalzbergbahn in Berchtesgaden

Nahe dem Berchtesgadener Stadtzentrum, wo die Bergwerkstraße auf die Salzbergstraße trifft, finden wir die Talstation der Obersalzbergbahn. Der Obersalzberg, ein grüner Höhenrücken am Fuß des Hohen Göll (2522 m), hat keinen guten Namen mehr, seit sich Hitler hier oben den Berghof baute – eine Loge über einer der herrlichsten Landschaften des Alpenraumes. Auch andere Nazigrößen haben sich hier Landhäuser gebaut; das Areal wurde durch unterirdische Bunkeranlagen gesichert. Die Amerikaner taten gut daran, die braune Pracht durch einen gezielten Bombenangriff im April 1945 zu vernichten. Allerdings blieb noch ein Rest stehen, etwa das ehemalige Hotel Platterhof, das man nach dem Krieg in das Hotel General Walker verwandelte. Immer noch zieht es die Touristen in Scharen hier hinauf – die Relikte aus der NS-Zeit sind fast so magnetisch wie König Ludwigs Schlösser. 1995 ging das Gelände wieder an den bayerischen Staat über. Seit 1999 gibt es hier ein Dokumentationszentrum, das über die Geschichte des Obersalzbergs im Dritten Reich aufklärt.

Ebenfalls von den Nationalsozialisten gebaut: die beiden Hochalpenstraßen am Obersalzberg. Die ringförmige Roßfeldstraße ist trotz ihrer Höhe (bis 1540 m) ganzjährig befahrbar. Sie erschließt das Roßfeld, ein beliebtes, schneesicheres und nicht allzu schwieriges Skigelände. Die Kehlsteinstraße entlang der felsigen und steilen Hänge des Kehlsteins endet etwa 150 m unterhalb des Gipfels. Der Kehlstein (1837 m) ist wegen seines überwältigenden Rundblicks eine Berühmtheit unter den Bergen. Doch auch hier gibt es NS- Reminiszenzen: das Kehlsteinhaus ließ Martin Bormann 1936-38 als Repräsentationsbau für ausländische Diplomaten errichten. Von den Bomben der Amerikaner nicht getroffen , ist der >Adlerhorst< ein beliebtes Ausflugsziel; im Jahr kommen über 300 000 Besucher hier hinauf. Die Kehlstein-Hochalpenstraße ist allerdings für PKW gesperrt, zwischen Hintereck und Kehlsteinhaus gibt es eine Omnibusverbindung.

Schmal und tiefblau wie ein norwegischer Fjord schiebt sich der Königssee zwischen die steilen Berghänge im Osten des Watzmann- massivs. Seine malerischen Qualitäten haben ihm den Besuch vieler Künstler eingebracht, darunter Ludwig Richter, Carl Rottmann und Ferdinand Olivier. Doch bevor die Maler des 19. Jh. sich hier einfanden, waren es illustre höfische Gäste, die den See und seine Wälder für ihre Vergnügungen nutzten. Sie lockte die Jagd auf Hirsche und Gemsen.

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Im Berchtesgadener Land 2

Vom Kreuzgang aus betritt man das Schlossmuseum. Am Eingang hält ein großer Löwe aus weißem Adneter Marmor Wacht – ursprünglich hatte er am Hauptportal der romanischen Stiftskirche seinen Platz. Die Bestände des Museums stammen aus den Sammlungen des Kronprinzen Rupprecht von Bayern, der von 1913-33 im Schloss – dem ehemaligen Klostergebäude – wohnte. Im frühgotischen Dormitorium, einem schmalen, kreuzförmigen Raum aus dem 14. Jh., ist eine kostbare Skulpturensammlung zu sehen.

Ein weiterer früher Bau wurde zum Museum gemacht: die ehemalige Stiftspfarrkirche St. Andreas am Beginn der Nonntalstraße. Die einschiffige Anlage stammt aus dem Jahr 1397, wurde aber 1693-1701 umgebaut. Aus der Zeit des Barock stammen Hochaltar und Seitenaltäre, ebenso der größte Teil der Epitaphien, die vom ehemaligen Friedhof zwischen der Andreas- und der Stiftskirche hierher übertragen wurden.

Auf dem Marktplatz Berchtesgadens

Auf dem Marktplatz Berchtesgadens

An den Stifts- und Residenzbereich fügt sich im Südwesten der geschlossen bebaute historische Markt an. Am Marktplatz 3 finden wir das interessanteste Profangebäude des Ortes, das Hirschenhaus. Der Renaissancebau (1594) wurde zwar 1894 umgebaut, doch blieben die alten Fassadenmalereien (1610). Zur Metzgergasse hin sind die Fenster mit reichem Rollwerkdekor umrahmt, begleitet von Gruppen kostümierter Affen – Sinnbildern der menschlichen Lei-denschaften.

Am Kurgarten und dem Kur- und Kongresshaus vorbei führt die Baumgartenallee zur Klosterkirche Unsere Liebe Frau am Anger. Aus dem > Kloster am Anger< für die Chorfrauen des Augustinerordens wurde 1699 ein Franziskanerkloster. Die Klosterkirche, eine zweischiffige Halle, entstand in den Jahren 1488-1519. Eigenartig und dekorativ ist der Maßwerkschmuck im Sterngewölbe. Die erst 1668 angefügte Marienkapelle birgt im barocken Marmoraltar das Schnitzbild der Muttergottes im Ährenkleid (um 1500), eine Kopie des Gnadenbildes im Mailänder Dom. Wie in der Stiftskirche sind auch hier die Grabdenkmäler für die Pröpste von schönster Qualität. – Die ehemaligen IGostergebäude (1716-23) der Franziskaner dienen heute weltlichen Zwecken. Seit 1988 gibt es hier ein Nationalpark-Haus, das Informationszentrum der Nationalparkverwaltung von Berchtesgaden. Als die Fürstpropstei Berchtesgaden 1809 an Bayern fiel, zog es die Wittelsbacher immer öfter hierher. König Max II. war ein besonders passionierter Jäger, und obwohl die Räume im Schloss zur Verfügung standen, baute er sich noch eine eigene Villa. Die Königliche Villa in der Kälbersteinstraße 4 war bis 1918 Sommer- und Jagdsitz der Wittelsbacher. In italisieren- dem Stil gebaut (Ludwig Lange, 1849-52), sollte sie das »Ländlich- Sittliche zum Fürstlichen erheben«.

Von hier aus ist es nicht weit zur Kalvarienberg-Kapelle und den vier Kreuzwegstationen, die 1760 errichtet wurden (Fürstensteinweg). Fürstpropst Michael Balthasar war der Initiator der Anlage – derselbe Kirchenfürst, der auch Schloss Fürstenstein (Fürstensteinweg 14) als Lustschloss bauen ließ (ab 1758; seit 1899 profaniert). Durch dieses Gelände führte die Soleleitung nach Reichenhall. Am Soleleitungssteg ist eine Erinnerungstafel für Georg von Reichenbach angebracht, den Erbauer der Soleleitung.

Wollen wir uns mit Geschichte und Praxis der Salzgewinnung vertraut machen, müssen wir die entgegengesetzte Richtung einschla- gen. Am nordöstlichen Ortsende, in der Bergwerkstraße, finden wir das berühmte Salzbergwerk Berchtesgaden. Da im Jahr über 500000 Besucher kommen, müssen Wartezeiten eingeplant werden. Nach der obligaten Einkleidung in Bergmannstracht, nach kurzer Fahrt mit der Grubenbahn in den Berg hinein und der Benutzung zweier Rutschen, steht man – 150 m unter der Erde – vor einem Salzsee. Im Salzmuseum wird man mit der Geschichte des Bergwerks vertraut gemacht und sieht Maschinen und Geräte für den Salzabbau. Wahrscheinlich wurden die alpinen Salzlagerstätten in einem Ausläufer des Hohen Göll schon in der Jungsteinzeit genutzt, gewiss aber von den Kelten, die auch am Dürrnberg den Salzbergbau betrieben. Das Stift Berchtesgaden, dem Kaiser Friedrich Barbarossa das Recht des Salzabbaus verliehen hatte, grub zunächst in der Nähe von Schellenberg und entdeckte erst später die Salzlager bei Berchtesgaden, am Fuß des Salzbergs. Mit dem Petersbergstollen gründete Fürstpropst Gregor Rainer im Jahr 1517 das heutige Bergwerk. Während in der Frühzeit das Salz am Dürrnberg bergmännisch abgebaut wurde, also >trocken<, gewann man im Berchtesgadener und Reichenhaller Raum das Salz auf dem Umweg über die Sole.

Doch nicht nur auf die Salzlager konnten sich die Herren von Berchtesgaden und ihre Untertanen verlassen. Das Holz war die zweite wichtige Einnahmequelle. Wie in Oberammergau lebten auch hier viele Familien von der Schnitzkunst, und was in dieser waldreichen Region alles entstand, zeigen die reichen Bestände des Heimatmuseums im Renaissanceschloss Adelsheim (Schroffenbergallee 6). Seit dem 15. Jh. hat sich das Berchtesgadener Holzhandwerk entwickelt, im 18. und 19. Jh. gingen seine Erzeugnisse in alle Welt.

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Im Berchtesgadener Land

Unter dem Berchtesgadener Land versteht man im Allgemeinen das hochalpine Gebiet mit dem Watzmannmassiv im Zentrum, umgeben von Hochkalter, Reiteralpe und Lattengebirge, Untersberg, Hohem Göll, Hagengebirge und Steinernem Meer. Der Landkreis Berchtesgadener Land, der 1972 neu gebildet wurde, ist allerdings bedeutend umfangreicher, denn sowohl Bad Reichenhall als auch ein Teil des Rupertiwinkels gehören dazu. Wir schließen den Salinenort Bad Reichenhall mit ein, geben dem Rupertiwinkel als >Land vor den Bergern jedoch ein eigenes Kapitel.

Berchtesgaden

Berchtesgaden wird im Süden vom Watzmannmassiv (2713 m) großartig überragt. Zu der mächtigen Kulisse passt die Geschichte des Ortes, die durch Jahrzehnte von den Fürstpröpsten des Stiftes bestimmt wurde. Die Gegend von Berchtesgaden war bereits christianisiert, als die Grafen Berengar von Sulzbach und Chuno von Horburg um das Jahr 1105 ein Kloster gründeten. Vier Priester und vier Laienbrüder kamen aus dem Reformkloster der Augustinerchorherren, Rottenbuch. Der erste Propst, Eberwin, sah sich wegen des rauhen Klimas und der wilden Natur jedoch bald genötigt, nach Baumburg an der Alz auszuweichen. Im Jahr 1120 wieder nach Berchtesgaden zurückgekehrt, sorgte Eberwin für die erste Blüte des Stifts. 1142 wurde Berchtesgaden päpstliches Eigenkloster. Kaiser Friedrich I. nahm das Kloster unter seinen Schutz und bestätigte 1156 die Forsthoheit, der bald auch die Schürffreiheit auf Salz und Metall folgte. 1290 wurde von König Rudolf von Habsburg die Landeshoheit verbürgt. Dennoch war das Stift nicht reich und musste wegen hoher Schulden 1389 Salzburg übereignet werden. Erst den Wittelsbachem gelang es 1594 durch Besetzung der Fürstpropstei, den Salzburger Einfluss auszuschalten. Seit 1559 hatten die Prälaten im Reichstag einen Sitz auf der Fürstenbank. Die Wittelsbacher, Kurfürsten und Erzbischöfe von Köln, regierten in Berchtesgaden als Kommendatar- pröpste, bis 1723 die Kanoniker die Wiederwahl eines Wittelbachers ablehnten. Unter dem letzten Propst, Josef Freiherr von Schroffenberg, wurde das Stift säkularisiert, die Salinen mussten an Bayern verkauft werden. Die Propstei wurde 1813 königliches Schloss.

Berchtesgaden

Berchtesgaden

Die hohen Spitzhelme der Stiftskirche, der ehemaligen Augustinerchorherrenkirche St. Peter und Johannes d.Tf., beherrschen die Silhouette der Altstadt. Die erste Kirche des 11. Jh. war wohl ein Holzbau. Auf sie folgte in der zweiten Hälfte des 12. Jh. eine monumentale dreischiffige Basilika, von der das Portal, die unteren Teile der Langhauswände und zwei Pfeiler in der Chorwand noch geblieben sind. Schon vor 1300 begannen die Arbeiten an der gotischen Kirche, zunächst entstand der einschiffige Hochchor. Das dreischiffige Langhaus wurde um 1470 erhöht und gewölbt und zu einer vierjochigen Hallenanlage umgebaut.

Das 19. Jh. hat an dieser Kirche allzu viel verändert, das betrifft auch die Ausstattung. 1865, als die Westfassade neuromanisch er- neuert wurde, wechselte man auch die Werkstücke des äußeren gotischen Westportals aus; 1882 geschah dasselbe mit dem romanischen Hauptportal. Dennoch, es blieben einige kostbare Zeugen aus mittelalterlicher Zeit, darunter das Chorgestühl (älteste Teile um 1350). Das Tympanongemälde in der nördlichen Vorhalle, eine Darstellung des Gnadenstuhls, wird dem Salzburger Rueland Frueauf zugeschrieben (1474). Salzburgisch ist auch die Hochaltaranlage aus Un- tersberger Marmor (1663-69; Altarbild: Aufnahme Mariens in den Himmel, Johann Spillberger, zweite Hälfte 17. Jh.). Die Gemälde der Seitenältäre stammen zum Teil von bedeutenden Barockmalern (südlicher Altar Johann Heinrich Schönfeld; nördlicher Altar Joachim Sandrart, 1657). Außerordentlich in ihrer Qualität sind die Grabmäler für die Pröpste, meist das Werk Salzburger Meister; Hans Valkenauer beispielsweise schuf das Grabmal für Probst Gregor Rainer (gest. 1522) im Chor. Die Wandtumba an der Westinnenwand des Langhauses für Propst Peter von Pienzenau (gest. 1435), ein Hauptwerk mittelalterlicher Steinmetzkunst, wird dem Meister der Straubinger Albrechtstumba zugeschrieben. Vom Schlossplatz aus erreicht man den Kreuzgang, das Hauptziel der Kunstfreunde in Berchtesgaden. Die romanische Anlage aus der Zeit um 1200 ist weitgehend original erhalten, nur im Nordflügel wurden um 1600 die Gewölbe erneuert. Die Stützen der Arkaden sind zum Teil als Doppelsäulchen ausgebildet. Nicht nur der ornamentale, auch der figürliche Schmuck ist eindrucksvoll, darunter die Darstellung des Orpheus mit der Leier.

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Der Rupertiwinkel 4

Vom Marienplatz aus führt eine Brücke über die Salzach ins österreichische Oberndorf. Schon allein wegen des spektakulären Blicks auf die Salzachschleife und die Stiftskirche sollte man in der Nachbargemeinde einen Besuch machen. Eine weitere Attraktion: die Stille-Nacht-Kapelle, in der die Originalnoten des bekannten Weihnachtsliedes aufbewahrt werden, das Franz Gruber komponierte. Im Jahr 1818 ist es in der alten Oberndorfer Nikolauskirche zum ersten Mal erklungen. Auch die Wallfahrtskirche Maria Bühel (17. und 18. Jh.) ist in Oberndorf wichtig. Johann Michael Rottmayr hat hier mehrere Altarbilder hinterlassen.

Das Salzach-Hinterland südlich von Laufen ist landschaftlich sehr reizvoll. Hier befindet sich auch der wärmste Badesee Bayerns, der kleine Abtsdorfer See. Er wird aus den Quellen und Zuflüssen des Haarmooses gespeist und ist daher bräunlich gefärbt. Weiter westlich gibt es ein abwechslungsreiches Moorgebiet, das Schönramer Filz. Das Hochmoor – wie der Waginger und Abtsdorfer See Relikt der Eiszeit – steht unter Naturschutz, doch sind Wanderungen möglich.

Abtsdorfer See

Abtsdorfer See

Direkt an der B 20 in Richtung Freilassing liegt Triebenbach. Das Schloss, ein wehrhafter Bau mit Torturm (14. und 16. Jh.), war sicherlich einst sehr ansehnlich. Ein Bauer, an den die Anlage 1824 überging, hat leider einige Gebäude abgetragen, sodass der Komplex heute nur noch Fragment ist. Im zweiten Obergeschoss existiert ein Theatersaal, hier haben wandernde Schauspieler gastiert. Die bemalten Kulissen sind zum Teil noch vorhanden. Wolfgang Amadeus Mozart, mit dem einstigen Schlossherrn Joachim von Schidenhofen befreundet, hat in Triebenbach konzertiert.

Freilassing, wunderschön vor der Kulisse der Berchtesgadener Berge gelegen, ist ein recht unruhiger Ort. Wichtige Straßen kommen hier zusammen, außerdem ist der Ort ein Bahnknotenpunkt und Grenzübergang im Autoverkehr nach Salzburg.

Bei Piding setzt der Hochstaufen (1771 m) einen sehr deutlichen Akzent. Doch am schönsten ist dieser Berg, wenn man ihn von Anif bei Salzburg aus betrachtet: dort steigt er als formvollendete Pyramide aus dem Wiesengrund. Den lohnendsten Fernblick vermittelt der Högl (827 m), ein lang gestreckter Höhenzug zwischen Ainring und Piding. Von oben breitet sich die Salzachebene mit Salzburg und dem Gaisberg in ihrer ganzen Großartigkeit vor uns aus.

Auch für die Kunstinteressierten ist in diesem Gebiet vielfältig gesorgt. Auf dem Johannishögl bei Piding finden wir die spätgotische Kirche St. Johann mit einem Altar von Gordian Guckh (um 1520) und Fresken aus der Zeit um 1500. Südlich des Ortes, auf einem Hügel am Fuß des Hochstaufen, begeistert die Burg Staufeneck den Freund wehrhafter mittelalterlicher Bauten. Die romanische Anlage war in Salzburger Besitz; Erzbischof Leonhard Keutschach ließ sie 1513 ausbauen. Alles ist vorhanden: Halsgraben, Zwinger und sogar ein Turm mit Folterkammer. (Die Burg ist heute wieder in Privatbesitz.)

Anger ist der Verwaltungssitz für die Dörfer am Högl. Bereits von der Autobahn Richtung Salzburg aus macht der Ort auf der Anhöhe, überragt von seiner schlanken Kirche, sehr neugierig. »Das schönste Dorf Bayerns« soll Anger nach einem Ausspruch König Ludwigs I. sein. Zumindest ist die großzügige Gruppierung der alten Handwerkerhäuser um den weiten Dorfanger nicht alltäglich. Auch die Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt, ein Nagelfluhbau aus der Mitte des 15. Jh., ist sehr bemerkenswert. Das Langhaus besaß einst – wie in Burgkirchen am Wald – drei Freipfeiler, doch wurde hier der Mittelpfeiler entfernt. Schön ist das Netzgewölbe im Chor mit seinem maßwerkartigen Schmuck, doch im Übrigen herrscht in diesem Raum das 17. und 18. Jh. Auffallend: die Rosenkranzmadonna (1680) und die Rokokobilder über den Seitenaltären (Franz Nikolaus Streicher, um 1770). Sie stammen aus der alten Stiftskirche von Höglwörth, unserem letzten Ziel im Rupertiwinkel.

Ein kleiner See, ein umfangreiches Klosterareal – Höglwörth ist auf den ersten Blick schon sehr verlockend. Bis zur Säkularisation haben hier Augustinerchorherren gelebt, sie wurden schon 1125 durch Erzbischof Konrad I. von Salzburg berufen. Die ehemaligen Klostergebäude gruppieren sich sehr idyllisch um zwei kleine Höfe. Die Anlage aus dem 17. Jh. ist heute in Privatbesitz und leider nicht zugänglich.

Besichtigen kann man jedoch die Pfarrkirche St. Petrus und Paulus, eine Saalanlage des späten 17. Jh. Die Ausstattung stammt aus den Jahren um 1762-65. Reizvoll ist der Stuck in Grün und Gold, ein Werk des Salzburger Stuckatormeisters Benedikt Zopf, der wohl aus Wessobrunn stammte. Der zarte Rokokodekor umrahmt die Fresken, die Franz Nikolaus Streicher 1765 malte. Im Langhaus sieht man die Himmelfahrt Mariens mit Augustiner- und Benediktinerheiligen über der Gründungsszene. Auch die Altäre aus Unters- berger Marmor sind Werke des 18. Jh. In der Kirche von Höglwörth wird alle drei Jahre zu Karfreitag ein aufwendiges Heiliges Grab errichtet, das bis zur Decke der Kirche reicht.

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Der Rupertiwinkel 3

Laufen

Eine Ecke der Stadt Laufen

Eine Ecke der Stadt Laufen

Der Ort, eingebettet in eine Schlinge der Salzach, ist nicht nur geschichtlich der Mittelpunkt des Rupertiwinkels. Was die Vergangenheit hier an großer Architektur hinterließ, an malerischen Winkeln, ist begeisternd. Eine Siedlung >ad loffi< – bei den Stromschnellen – ist für das 8. Jh. belegt. Um 1040 wurde die Stadt – neben Salzburg die älteste im Erzstift- gegründet. Die günstige Lage am Fluss und an der Salzstraße brachte Gewinn – Laufen entwickelte sich zum Hauptsta-pelplatz für das Salz aus Hallein und Reichenhall. Im 13. und 14. Jh. wurden die Schiffs- und Fuhrrechte erblich geregelt, es entstand ein Schifferpatriziat. An der Spitze standen die >Schefherren<, die Schiffseigner. Die >Ausfergen< brachten das Salz von Hallein herein, die >Naufergen< schafften es weiter nach Passau. Im Winter, wenn der Schiffsverkehr stillag, widmete man sich dem Theaterspiel – das Laufener Schiffertheater reiste im ganzen Land umher. Die alten Traditionen sind noch lebendig: im Sommer wird auf der Salzach ein Schifferstechen veranstaltet und alle drei Jahre eine Historische Piratenschlacht. 1866 wurde der letzte Transport auf dem Fluss unternommen, die Eisenbahn hatte den Schiffsverkehr verdrängt. Damals war Laufen bereits bayerisch, doch das Erzbistum Salzburg, das von 1245 bis 1803 hier herrschte, hat die Kultur der Salzachstadt geprägt.

Im Norden wird das Stadtbild der Halbinsel vom mächtigen Bau der Stiftskirche beherrscht, im Süden vom Schloss. Die Pfarr- und Stiftskirche Zu Unserer Lieben Frau ist als eine der ältesten Hallenkirchen Süddeutschlands für die Kunstgeschichte interessant. In Österreich, im Chorbau der Zisterzienserkirche von Heiligkreuz bei Wien, war dieses Raumsystem (die Schiffe sind ganz oder annähernd gleich hoch) bereits vorgebildet worden. Eine dreischiffige romanische Pfeilerbasilika war vorausgegangen, von ihr sind Teile des Turms, Säulen und Portallöwen erhalten. Das reiche Bürgertum der Stadt und der Adel der Umgebung sorgten im 14. Jh. für einen Neubau. Um 1330 wurde mit den Arbeiten am Hallenchor begonnen, und um 1340 war der gesamte Bau vollendet. Als Baumeister wird der Ingolstädter Konrad Schrank angenommen.

Die weite Anlage mit ihren drei fast gleich breiten und fast gleich hohen Schiffen, mit dem nach Zisterzienserart gerade geschlossenen Chor, hat schon die Zeitgenossen beeindruckt. »Ain chostlich werch« nannte man die Frauenkirche. Die Ausstattung wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert, die heutigen Altäre stammen aus der zweiten Hälfte des 17. Jh. Von schönster Qualität ist das Altarblatt im südlichen Seitenaltar, dem Schifferaltar. Johann Michael Rottmayr stellte hier den hl. Rupert in einer Salzburger Landschaft dar (1691). Rottmayr, 1654 in Laufen geboren, in Venedig Schüler von Carl Loth, war der bedeutendste bayerische Altarbildmaler des späten 17. Jh. Auch als Freskant, als Mitarbeiter der großen österreichischen Barockarchitekten, leistete er Hervorragendes und avancierte zum Hofmaler Kaiser Karl VI. Einige Stücke der spätgotischen Ausstattung sind noch vorhanden, darunter – an den Seitenwänden – Tafelbilder des ehemaligen Hochaltars (1467). Vor allem aber ist es die Grabmalkunst, die in dieser Kirche durch ihre Qualität überrascht. Wir entdecken hier über 200 Grabsteine geistlicher und adeliger Herren aus dem 15. und 16. Jh. Besonders zu beachten: der Grabstein für Marchs von Nußdorf (um 1478) an der östlichen Turmwand und der Doppelgrabstein für die Familie Scheller an der Westwand (um 1500), beides wohl Arbeiten des Salzburgers Hans Valkenauer. Auch Johann Michael Rottmayr hat ein Epitaph in seiner Heimatstadt hinterlassen, 1698 hat er es für seine Eltern gemalt (letztes Joch an der Südseite).

An drei Seiten wird die Kirche von einem stimmungsvollem Laubengang umgeben (15. und 16. Jh.). Einige Deckenbilder sind hier zu sehen, viele Grabsteine und nicht zuletzt – an der Vorhalle der Südseite – ein romanischer Löwe aus Marmor (12. Jh.). – Im Dechanthof nördlich der Kirche (1625-27) werden Tafelbilder der gotischen Altäre aufbewahrt, meist Arbeiten der Salzburger Schule von der Mitte des 15. Jh.

Die Rottmayrstraße führt zum Marienplatz. An der Straße und um den geschlossen umbauten Platz versammeln sich noble Häuser im Stil der Inn-Salzach-Städte. Die Patrizier Laufens, darunter nicht wenige Schiffsmeister, sorgten für diese stattlichen Bauten. In der Rottmayrstraße (Nr. 16 und 26) fällt das Alte Rathaus (1564/65) auf, ebenso das ehemalige Schiffsmeisterhaus (16. Jh.). Am Marienplatz sieht man zwei Patrizierhäuser aus dem 16. und 19. Jh., die besonders aufwendig gestaltet sind (Nr. 16 und 17/18). Die Stadtbefestigung ist nur noch in wenigen Teilen erhalten, zu ihr gehört das Salzburger Tor an der Schlossstraße (17. Jh.). Das ehemalige Erzbischöfliche Schloss, ein massiger Vierflügelbau, ist das Werk von Vincenzo Scamozzi. Der Barockbau aus den Jahren 1606-18 gruppiert sich um einen Innenhof (heute Wohn- und Geschäftsbau).

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Der Rupertiwinkel 2

Ganz besonders reich an bunt bemaltem Bundwerkdekor sind auch die Stadel in Moosen und Gallersöd, in der Nähe von Kirch- weidach. Die Pfarrkirche St. Veit ist ein Bau des Trostbergers Franz Alois Mayr (1772-74). Ein zweiter Trostberger, Franz Joseph Soll, hat den Zentralraum mit Fresken geschmückt (in der Kuppel Szenen aus der Legende des Kirchenpatrons).

Im benachbarten Asten zieht ein großer spätgotischer Tuffsteinquaderbau den Blick auf sich, die Kirche St. Mariä Himmelfahrt. Der monumentale Hochaltar (1747) mit seinen Figuren ist ein Hauptwerk des Tittmoningers Johann Georg Itzlfeldner – ein Bildhauer, der sich an Salzburger Meistern schulte. Die Muttergottes unter dem Baldachin stammt jedoch nicht von ihm, sie entstand in spätgotischer Zeit.

Im Bereich der Alz lohnt der Besuch von Feichten mit der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Die dreischiffige Hallenkirche wurde 1502 errichtet und 1763 von Franz Alois Mayr barockisiert. Hier arbeitete Mayr, wie später in Kirchweidach, mit dem Maler Franz Joseph Soll zusammen, dem wichtigsten Vertreter des Trostberger Rokoko, dem auch hier erstaunlich qualitätvolle Fresken gelangen. Der Stuck (1749) des farbenfrohen Kirchenraumes ist reich, die Altäre aufwendig, doch inmitten der barocken Pracht ist es das Gnadenbild, eine Madonna des Weichen Stils (um 1420), das durch seine Hoheit und Feinheit entzückt.

Nahe am Chiemgau, im Grenzbereich des Rupertiwinkels, finden wir Heiligkreuz mit der Pfarrkirche Hl. Kreuz. Sie liegt erhöht über der Alz, ein Bau, der 1434 vom Burghausener Oswald Pürkhel begonnen wurde. Auffallend ist die Zweischiffigkeit der Hallenkirche, deren Netzgewölbe von drei Rundpfeilern getragen wird. In der österreichischen Nachbarschaft ist diese Raumform bei Bettelordenskirchen zu finden. Fresken aus gotischer Zeit (um 1480) sind noch vorhanden, ebenso ein Vesperbild, das dem Meister von Seeon zugeschrieben wird. Ganz außerordentlich ist auch das Portal dieser Kirche mit geschmiedeten Beschlägen in Lilienform (erste Hälfte 15. Jh.), wie sie ähnlich auch in Asten zu sehen sind.

Waginger See

Waginger See

Die Rückfahrt an die Salzach führt über den Waginger See. Mit 12 km Länge und 2 km Breite ist dies der viertgrößte bayerische See. Ein Straßendamm zieht sich hinüber an das Ostufer nach Tettenhausen, er wurde 1867 angelegt. Auf diese Weise entstand der kleine Ta- chinger See. Über dem Nordufer, bei Tengling, steht die kleine Kirche St. Koloman. Schon wegen des weiten Blicks auf den See und das Gebirge sollte man hierherkommen. Die spätgotische Kirche lohnt aber auch von innen, denn sie birgt einen erstaunlich aufwendigen Flügelaltar des Laufener Malers und Bildschnitzers Gordian Guckh (1515). In der Mitte des Schreins steht Maria mit dem Kind, begleitet von den hll. Koloman und Jakobus. Der Stifter des Altarwerks, der Waginger Pfarrer Georg Stroppl, ist auch verewigt: man sieht ihn in einem Glasgemälde, vor der Madonna kniend (1503).

Hauptort im Seebereich ist Waging am See, hier begegnen sich Straßen aus allen Richtungen. Schon Kelten und Bajuwaren haben an der Stelle ihre Spuren hinterlassen, und im Mittelalter war die Siedlung wegen ihrer günstigen Lage an der Unteren Salzstraße von Reichenhall nach Wasserburg von einiger Bedeutung. Richtig lebhaft begann es aber erst in den 50er-Jahren des 20. Jh. zu werden, als der Tourismus den Ort entdeckte, der übrigens keineswegs direkt am See liegt. Im malerischen alten Ortskern um die Pfarrkirche St. Martin haben sich noch einige Bauten im Inn-Salzach-Stil erhalten. Das Salzburger Pfleggerichtsgebäude (16. und 17. Jh., Bahnhofstraße 17) zeigt an, wer in Waging der Herr war, und auch in der Geschichte der Martinskirche (1611, Zwiebelhaube 1688) trifft man auf Salzburger Namen: die Salzburger Hofbaumeisterei besorgte 1697-99 den Innenumbau, Tobias Kendler 1722/23 den Chorneubau; der Hochaltar entstand 1786-88 nach Entwurf des Salzburger Hofbaumeisters Wolfgang Hagenauer durch seinen Landsmann Joseph Doppler; an der Ausstattung der Seitenaltäre hat der Salzburger Bildhauer Johann Georg Hitzl mitgewirkt; und schließlich ist auch der besonders reiche Akanthuslaubwerkstuck (1699) im Langhaus einem Stuckator der Salzachstadt zuzuschreiben, Joseph Schmidt.

Jede bayerische Landschaft hat ihre besonderen ländlichen Feste. Hier, um den Waginger See, ist es der Leonhardiritt auf den Wonneberg, der am 6. November zu Ehren des Viehpatrons gefeiert wird. Ziel der Reiter, Pferde und Wagen ist die kleine Wallfahrtskirche St. Leonhard (um 1496). Sie birgt ein außerordentliches Kunstwerk, die gemalten Flügel des ehemaligen gotischen Hochaltars. Die Passionsszenen malte der Laufener Gordian Guckh in großer Eindringlichkeit (1510-13). Und da erst 1981-85 ein Freskenzyklus (1631— 33) an den Gewölbezwickeln und Wänden aufgedeckt wurde, wird man die Fahrt zum aussichtsreichen Wonneberg nicht bereuen.

Ganz in der Nähe, in Gessenberg, ist ein kleines Wasserschloss aus dem 17. Jh. zu sehen. In den letzten beiden Jahrhunderten gab es häufig Besitzerwechsel; seit 1979 residiert hier die Familie von Klit- zing, die im Schloss wechselnde Ausstellungen veranstaltet.

Auf dem Weg zurück zur Salzach ist Fridolfing die nächste Station. Nicht der mächtige Ziegelbau der neugotischen Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt (1891-94) ist es, der hier das Interesse weckt. Lohnender ist ein Besuch der Kirche St. Johannes Ev. und Johannes d. Tf., auf einer Anhöhe im südlichen Ortsteil. In dem spätgotischen, netzgewölbten Raum sind qualitätvolle Schnitzfiguren, Gemälde und auch Fresken des 15. bis 18. Jh. zu finden. Die vier Gemälde an der Langhausnordwand sind salzburgisch (um 1490); sie stammen vom ehemaligen Johannesaltar, dessen Figuren in der neuen Pfarrkirche zu sehen sind.

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Der Rupertiwinkel

Der östliche Chiemgau und der Rupertiwinkel bilden landschaftlich eine Einheit. Nur wenig unterscheidet sich das Gebiet um Traun und Alz in seiner Struktur vom Land an Salzach und Saalach. Hier wie dort liebliches, leicht hügeliges Gelände, ein >Land vor den Bergern. Chiemgau und Rupertiwinkel haben ihren Namen beide historischen Gestalten zu verdanken, wenn auch unterschiedlichen Gewichts. Im Vergleich zum hl. Rupert, dem Gründer und ersten Bischof von Salzburg, war der Gaugraf Chiemo ein recht unbedeutender Mann. Als das Erzstift Salzburg säkularisiert wurde, fiel der schmale Landstreifen, den wir heute als Rupertiwinkel kennen, nach einigen Umwegen dem bayerischen Staat zu. Zwischen Asten im Norden und Piding im Süden erstreckt er sich, und die Landkreise Altötting, Traunstein und Berchtesgadener Land teilen sich in ihn.

Tittmoning

Wie im östlichen Chiemgau ist auch im Rupertiwinkel der kulturell prägende Einfluss des Salzburger Erzbistums überall zu spüren. Doch kein Ort, der in seiner Atmosphäre so salzburgisch wäre wie Tittmoning. Erzbischof Eberhard II. ließ die Siedlung im 13. Jh. als Grenzfeste gegen das wittelsbachische Burghausen ausbauen. Die Burg, über der Stadt und der Salzach auf einem Bergkegel gelegen, kündet noch von den Fehden mit den Bayern. Wenn auch mächtig bewehrt, konnte sie im Mittelalter zweimal von den Bayernherzögen eingenommen werden. Erzbischof Markus Sittich musste erst die Belagerungsschäden beheben, ehe er sich die Burg 1614-21 zum Jagdschloss ausbauen konnte. Dennoch wirkt sie mit ihrem umlaufenden Wehrgang, den Schlüsselscharten und Schießluken immer noch martialisch. Heute dient Tittmonings Burg als Heimathaus des Rupertiwinkels. Bekannt ist das Museum wegen seines umfangreichen Bestandes an Schützenscheiben und schmiedeeisernen Grabkreuzen. Neben dem mächtigen Getreidekasten steht die Burgkapelle St. Michael, die überregional bedeutende Kunstwerke birgt: ein Gemälde Johann Michael Rottmayrs (Engelssturz, 1697) sowie Figuren des Salzburgers Michael Bernhard Mändl (um 1700).

Tittmoning

Tittmoning

Tittmonings wichtigster Sakralbau ist die Pfarr- und Stiftskirche St. Laurentius. Der dreischiffige spätgotische Bau wurde nach einem Brand ab 1815 in einen Saalbau verwandelt. Da auch die Altäre größtenteils zerstört wurden, haben die wenigen alten Stücke um so mehr Gewicht. Die beiden großen Leinwandbilder im Chor – Maria Immaculata und Schutzengel – stammen aus der Weihenstephaner Korbinianskapelle und sind Werke von Cosmas Damian Asam (um 1720). Johann Meinrad Guggenbichler, bekannt durch seine Arbeiten für das Kloster Mondsee, fertigte die Schnitzfiguren, die hll. Wolfgang und Bonifatius an (um 1700).

Das Zentrum der Stadt ist der lang gestreckte Stadtplatz. Nur in Salzburg selbst sind die eng aneinandergedrängten, zart getönten Häuser im Inn-Salzach-Stil noch schöner. Nach einem großen Stadtbrand (1571) wurde diese feuerdämmende Bauweise (Grabendächer, hohe Vorschussmauer) zur Pflicht. Eingereiht in die geschlossene Platzfront: das Rathaus (Stadtplatz 1), ein Bau der Jahre um 1580, der 1711 verändert wurde. Auffallend aber vor allem in seinem rosa Putz und dem weißen Stuckdekor ist das Wagnersche Haus (Stadtplatz 39) aus dem 17. und 18. Jh. Reizvoll am Stadtplatz sind die Brunnen, vor allem der volkstümliche Storchenbrunnen Parallel zum Stadtplatz führt die Entenstraße zur ehemaligen Klosterkirche der Augustinereremiten, der Allerheiligenkirche (1682/83). Stifter war Maximilian Gandolph von Khuenburg, der Erzbischof von Salzburg. Die Familie besaß auch ein Haus in Titt- moning, das Khuenburghaus am Stadtplatz 40. Aus den Jahren um 1686 und 1710 stammt die Ausstattung der Allerheiligenkirche; sie umfasst die bedeutendsten Altarwerke des Salzburger Barock in Bayern. Das Altarbild des Hochaltars, eine Allerheiligendarstellung, stammt von Christoph Lederwasch (1686).

Westlich der Burg, bei der Ponlachschlucht, steht die Wallfahrtskapelle Maria Brunn. Eine heilsame Quelle im wasserreichen Pon- lach-Gebiet war der Anlass für eine Wallfahrt. Die erste Steinkapelle ließ der Salzburger Fürstbischof Paris Lodron im Jahr 1624 »aus eigenen Unkosten« bauen; 1716 folgte ein kleiner Zentralbau (Schnitzwerke: Johann Georg Itzlfeldner, 1751).

Wer Sinn für bäuerliche Kultur hat, sollte sich von Tittmoning aus in Richtung Trostberg bewegen. Das Gelände ist recht flach, es wird viel Getreide angebaut. Daher waren seit jeher große Speicherräume nötig – wir finden sie in den prachtvollen Vierseithöfen. Ostoberbayern ist reich an diesen vierseitigen Anlagen, deren Bauten rechteckig um einen Hof angeordnet sind. Meist steht im Norden das Wohnhaus mit angebautem Rossstall, im Westen der Kuhstall, im Osten der Wa-genschuppen und im Süden die Scheune, die man hier Stadel nennt. Kaum ein Bauer, der seinen Stadel nicht aufwenig mit Bundwerk ausschmücken ließ. Das auffallendste Zierelement dieser ländlichen Zimmermannskunst ist das Gitterbundwerk, eine Folge von einander dicht überlagernden Andreaskreuzen, doch finden sich auch figürliche Motive aus dem häuslichen und religiösen Bereich. Die meisten Bundwerkstadel entstanden zwischen 1830 und 1870, und wenn wir die schönsten sehen wollen, entdecken wir sie in Niederbuch, Tyrlbrunn, Heilham, Mitterroidham und Moosham.

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